Free Sugar
Freiheit für unseren geflüchteten Freund Sugar, der bei einer rassistischen Polizeikontrolle in Innsbruck verhaftet wurde und nun in Wien gefangen ist.
Sugars Flucht
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Sugar floh aus Nigeria, weil seine Eltern dort getötet wurden. Er hat nicht genau erzählt warum, nur dass sie verfolgt wurden. Er floh gemeinsam mit seiner Schwester, die beiden verloren sich auf der Reise aus den Augen. Er hat keinen Kontakt mehr zu ihr, weiß nicht wo sie ist und ob sie überhaupt noch lebt. Sugar erzählt wenig von der Zeit aus Nigeria, doch die Zustände waren vor circa 15 Jahren, als er Land verließ, wohl keineswegs gute. In Europa war sein erstes Ankunftsland Ungarn, unschwer begreiflich, dass er sich dort weder wohl fühlte (rassistischer Grundtenor in der Bevölkerung, willkürliches Verhalten der Behörden, schlechte Zustände in den Flüchtlingscamps) noch Asyl bekam – die ungarische Regierung ist eine der rechtesten und Refugee-feindlichsten in ganz Europa. Er reiste aus – nach Österreich. Hier fand er endlich, nach jahrelanger Reise seinen Platz. Genauso sagte er es auch. „Ich will hier leben, hier fühle ich mich wohl und zuhause.“ Natürlich wollte der österreichische Staat ihn auch nicht haben, beide Asylgesuche wurden abgelehnt, obwohl er nicht aus einem sicheren Herkunftsland kommt und die Geschichte seiner Familie wohl Grund genug sein sollte, diesem Menschen hilfsbereit entgegen zu treten. Seine Flucht wurde kriminalisiert und er selbst unsichtbar gemacht – sie sperrten ihn weg! Doch Sugar konnte aus der Isolation abhauen und begann erneut einen Versuch, sich ein Leben in Freiheit aufzubauen. Er hatte Menschen, die ihn dabei unterstützen wollten und Rückhalt in ganz Österreich. Diejenigen, welche mit ihm gemeinsam dafür kämpften, hatten vor nochmal ein Asylgesuch zu stellen: auf humanitäres Bleiberecht. Doch die Polizei kam dem allem zuvor und jetzt ist Sugar wieder unter der Obhut der Menschen, welche bereits Flüchtlinge grob körperverletzt und getötet haben, in deren Reihen wie wir alle wissen Nazis und Rassisten sind, die seine Geschichte ignorieren und mithelfen, diese rassistische Asylpolitik durchzusetzen. Es ist unklar, wo er überhaupt festgehalten wird und was jetzt mit ihm passiert. Weder der Verein für Menschenrechte noch die Polizei wollen damit herausrücken, wo Sugar ist – obwohl jeder Mensch ein Recht darauf hat, sollte er inhaftiert sein, Kontakt nach außen zu haben. Sugar hat keinen Cent bei sich, vermutlich hat die Polizei sein Handy beschlagnahmt, denn er ist nicht erreichbar und an Wechselkleidung oder ein Foto von seiner Familie ist gar nicht zu denken – soll er ohne seine Sachen einfach in den Flieger gesetzt und abgeschoben werden? Die Menschen in seinem Umfeld tun gerade alles, um herauszufinden wo er ist, sie haben einen Anwalt eingeschaltet, Statements der Politik eingefordert, sind dabei die Öffentlichkeit zu informieren und organisieren Proteste für seine Freiheit und sein Bleiberecht – und die aller anderen Refugee-Menschen – sowie gegen Rassismus und Grenzen. Zu viele hat die Asylpolitik Europas getötet, im Mittelmeer, in der Sahara, an den Grenzen, in den Camps, hier in den Knästen und Flugzeugen, es muss endlich aufhören!

NO BORDER NO NATION STOP DEPORTATION

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